Überblick
Bekannt ist, dass einige berühmte Musiker:innen unter Migräne litten – vom Komponisten Gustav Mahler über den Rock’n’Roll-König Elvis Presley und Jeff Tweedy, Sänger und Songwriter von Wilco, bis hin zu Alwa Glebe, der deutschen dark chanteuse, um nur einige zu nennen. Haben ihre Migränen ihr Schaffen beeinflusst?
In der Musikgeschichte hat Migräne Künstler:innen genreübergreifend berührt – von den sinfonischen Ambitionen klassischer Komponisten bis zur viszeralen Intensität zeitgenössischer Rock- und Experimentalmusik. Einige Musiker:innen haben ihre Erkrankung in klinischen Akten dokumentiert; andere haben ihre Migräneerfahrungen direkt in musikalische Kompositionen übersetzt und Klang selbst zum Vehikel gemacht, um die seltsame Phänomenologie der Aura, die Verzerrungen der Wahrnehmung und die Intensität des Schmerzes auszudrücken.
Das Verhältnis zwischen Migräne und musikalischer Kreativität bleibt eine offene Frage. Stört Migräne Aufführung und Komposition, oder liefert die Erkrankung eine Quelle der Inspiration und eine eigentümliche Form der Klarheit? Die hier vorgestellten Musiker:innen geben unterschiedliche Antworten, bezeugen aber gemeinsam, dass Migräne Teil ihres kreativen Lebens war – mal als zu überwindendes Hindernis, mal als rätselhafter Katalysator des Werks selbst.