Yayoi Kusama (geb. 1929)

Überblick

Yayoi Kusama, Japans einflussreichste zeitgenössische Künstlerin, hat ein umfangreiches Werk geschaffen, das unmittelbar von Halluzinationen und visuellen Phänomenen ihrer fortdauernden psychischen und neurologischen Erfahrung gespeist ist. Ihre Markenzeichen – unendliche Polka Dots, obsessive Wiederholung und raumumgreifende Environments – gehen aus entoptischen Phänomenen hervor: visuellen Mustern, die im Auge selbst entstehen, nicht durch äußere Objekte.

Kusama, Bleistift auf Papier

Yayoi Kusama, Accumulation of Corpses

Yayoi Kusama, Infinity-Net-Gemälde

Yayoi Kusama, Self-Obliteration by Dots

Yayoi Kusama, Untitled

Kusamas Infinity Nets, ihre Accumulation-Arbeiten und ihre Polka-Dot Infinity Rooms sind eine systematische künstlerische Übertragung der visuellen Grammatik der Migräneaura in monumentale, immersive Installationen. Ihr Werk seit den 1950er Jahren stellt durchgängig dar, was sie als Halluzinationen beschreibt: „ein vereinheitlichendes Feld aus Punkten oder Netzen“, das den Eindruck von Selbstauslöschung und unendlicher Ausdehnung erzeugt.

Anders als Künstler:innen, die Migräne nur zeitweise erlebt haben mögen, ist Kusamas künstlerische Praxis untrennbar mit ihrer fortdauernden Auseinandersetzung mit diesen neurologischen Phänomenen verbunden. Ihre Kunst verweist nicht nur auf Migräne; sie materialisiert die visuelle Erfahrung in großformatigen Räumen, in denen Betrachtende die Wahrnehmungswelt entoptischen Sehens betreten können. Ihr Werk gehört zu den ausdauerndsten und ambitioniertesten künstlerischen Erkundungen von Migräne und verwandten visuellen Phänomenen.

34438744 1e76a05f26

yayoikusamaselfobliterationbyd