Zum Inhalt springen

Auditorische Aurasymptome

Typ: Transitorisches Aurasymptom — entwickelt sich typischerweise allmählich über 5–20 Minuten und klingt innerhalb von 60 Minuten vollständig ab.


Was ist das?

Auditorische Aurasymptome sind vorübergehende Veränderungen des Hörens oder der Schallwahrnehmung, die vor oder während eines Migräneanfalls auftreten. Dazu können temporärer Hörverlust, Klingel- oder Summergeräusche, schwankende Lautstärkenerzeugung oder sogar das Hören von Geräuschen gehören, die eigentlich nicht vorhanden sind. Diese Symptome sind charakteristisch für die Basilaris-Migräne, einen spezifischen Migränetyp mit Aura.

Wie es sich anfühlt

Auditorische Symptome während einer Aura entwickeln sich typischerweise plötzlich und wirken desorientierend. Man könnte bemerken, dass Geräusche entfernt oder gedämpft wirken, als befinde man sich in einem Tunnel oder unter Wasser. Manche Menschen erleben ein lautes Rauschen oder Summen in den Ohren. Andere beschreiben, dass die Lautstärke von Geräuschen unvorhersehbar schwankt – als würde jemand einen unsichtbaren Lautstärkeregler immer wieder auf und ab drehen. Die eigene Stimme kann für einen selbst ungewöhnlich laut wirken, selbst wenn man normal spricht. Diese Veränderungen sind anfangs alarmierend, klingen jedoch vollständig ab, sobald die Aura vorbeigeht.

Kunstwerk, das die Erfahrung auditorischer Migräne-Aurasymptome darstellt. Kunstwerk, das die Erfahrung auditorischer Migräne-Aurasymptome darstellt.

Wie Betroffene es beschreiben

“Ich erlebe ein Rauschgeräusch und alles klingt fern, etwa einen Tag lang ‘vor’ einer Migräne, es ist also definitiv nicht auf Medikamente zurückzuführen. Es setzt sich manchmal in die Migräne fort.” — J.

“Mein Mann sagt, dass ich sehr laut werde (nun ja, lauter als sonst), wenn ich eine Migräne bekommen werde. Alles wirkt so fern auf mich. Ich habe noch nichts genommen.” — R.N.

“Letzte Nacht hatte ich Kopfschmerzen, also bin ich aus dem Bett aufgestanden, um etwas zu trinken zu holen, und schaltete den Fernseher ein, während ich ein Glas Milch trank… Nach etwa 2 Minuten begannen meine Ohren zu schmerzen (wie ein Ohrenschmerz), und etwa eine Minute später bemerkte ich, dass die Lautstärke des Fernsehers plötzlich abnahm, als würde ich auf den Lautstärkeregler drücken.” — sceptictank

Unterformen

Gehörverminderung

Ein vorübergehender Hörverlust oder die Empfindung, dass Geräusche fern und gedämpft sind, manchmal als Tunnelhören beschrieben, wobei nur Geräusche in der Nähe hörbar sind.

Tinnitus/Klingeln

Anhaltende Summ-, Klingel- oder Rauschgeräusche in den Ohren, die nicht wirklich in der Umgebung vorhanden sind. Das häufigste auditorische Aurasymptom.

Oszilloakusis

Schwankende Lautstärkewahrnehmung — Geräusche werden plötzlich lauter und dann stiller, als würde jemand manuell die Lautstärke regeln. Dieses seltene Symptom dauert typischerweise 5–50 Minuten.

Verwandte Symptome

  • Schwindel oder Benommenheit
  • Verminderter Bewusstseinszustand
  • Bilaterale Symptome der visuellen Wahrnehmung
  • Sprachstörungen

Klinischer Hinweis

Auditorische Aurasymptome sind gut dokumentiert in der Basilaris-Migräne, können aber auch in anderen Migränetypen auftreten. Falls Sie plötzliche Hörvermögen-Veränderungen zusammen mit anderen neurologischen Symptomen wie Schwindel, Schwäche oder Sehstörungen erleben, suchen Sie medizinische Beratung auf, um andere Ursachen auszuschließen. Diese Symptome klingen völlig von selbst ab und deuten nicht auf permanente Hörbeschädigungen hin.

Wenn diese Symptome zum ersten Mal auftreten oder sich anders zeigen als bei früheren Episoden, suchen Sie eine ärztliche Abklärung auf, um andere Ursachen auszuschließen.